Unfallursachen
Unfallrisiken erkennen hilft Unfälle zu vermeiden
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Verkehrsunfälle
Häufig wird behauptet, dass die Witterungsverhältnisse grund für einen Verkehrsunfall gewesen wären. Da stellt sich die Frage, wie das gemeint ist, denn direkten Einfluß auf einen Unfall hat das Wetter eher weniger. In Erhebungen wurde festgestellt, dass sich Verkehrsteilnehmer in Ihrer Stimmung über das Wetter beinflussen lassen und es je nach je nach Typ und Situation durchaus zu Unaufmerksamkeiten oder Übermut kommt.
Schlechte Straßenverhältnisse wie zum Beispiel heftiger Regen oder Glatteis haben nur einen Anteil von 4,8% an allen Unfallursachen, die von der Polizei bei Unfällen mit Personenschaden festgestellt wurden. Glätte gefolgt von Regen standen dann als Unfallursache im Vordergrund. Natürlich zählt vielleicht auch naturbedingter Wildwechsel zu den ungünstigen Strassenverhältnissen (Hindernisse), doch mit einem Anteil von 8,9% am Gesamtunfallgeschehen ist die eigentliche Verkehrs-Unfallursache noch nicht erfasst.
Der Kernpunkt fast aller Unfallursachen bei Verkehrsunfällen (91%) liegt im menschlichen Verhalten. Im Grossen und Ganzen lassen sich die Verhaltensmuster auf bis zu 8 Unfallursachen herunterbrechen, die immer wieder systematisch zuschlagen. Davon können zwei als "allgemeine Ursachen" und der Rest als individuell - menschlich bezeichnet werden. Den größten Brocken schlucken im Jahr 2008 Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren sowie Ein- und Anfahren. Danach kommt die Missachtung von Vorfahrtsregeln, gefolgt von einer nicht angepassten Geschwindigkeit, die lange Jahre als Unfallursache Nummer eins galt.
Gegenüber dem Vorjahr 2007 hat die Zahl der Unfälle wegen Geschwindigkeitsübertretung, resp. nicht angepaßte Geschwindigkeit weiter abgenommen, genauso wie die Zahlen der Getöteten und Verletzten. Dennoch gibt es hier generell die meisten Verkehrstoten, da zu schnelles Fahren für die schlimmsten Auswirkungen prädestiniert ist.
Bei der Bewertung von Unfällen unter Alkoholeinfluß muss beachtet werden, dass eine grosse Dunkelziffer nicht erfaßt wird. Tatsächlich ist ein leicht rückläufiger Trend bei Unfällen unter Alkoholeinfluß festzustellen. Im Jahr 2008 wurden bei 48 226 Unfällen bei mindestens einem Beteiligten Alkohol festgestellt, was im Vergleich zum Vorjahr um 5,7% zurückgegangen ist. Hier hat die 0,5 Promille Grenze einen nicht unerheblichen Anteil.
Pkw-Insassen haben mit 55% den größten Anteil an den Verunglückten im Straßenverkehr, rund 19% der Unfälle geschahen mit Beteiligung eines Fahrrads, 7,4% der unfallbeteiligten fuhren ein Motorrad und 5,4% ein Mofa/Moped. Fußgänger waren zu gut 8 % an Unfällen beteiligt, Insassen von Lastkraftwagen und Bussen zu 2,7 beziehungsweise 1,2%.
Ein noch tieferer Blick in das Unfallgeschehen differenziert die "Unfallverursacher" oder "Unfallteilnehmer" nach Alter. Vier Gruppen fallen immer wieder besonders auf: Kinder - Jugendliche - junge Erwachsene (18 - 24) und Seninoren (ab 65).
Unter dem Gesichtspunkt der Altersgruppen tretten besonders junge Erwachsene hervor, sie produzieren die meisten Unfalltoten im Auto, auf dem Mottorrad und unter Alkoholeinfluß. Senioren scheitern häufig bei den Vorfahrtsregeln sowie beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren.
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Haus- & Freizeitunfälle
Unfälle im Haushalt gehen in den meisten Fällen auf das Konto "Leichsinn". Am häufigsten verursachen Stürze (ebenerdig oder aus der Höhe) mehr oder weniger fatale Hausunfälle. Verursacht durch aufstehende Teppichkanten, nicht wahrgenommene Läufer, glatte Fußbodenbeläge, Stürze an und auf Treppen. Dazu kommen Stürze von der Leiter oder unsicheren Stühlen/Hockern, Ausrutscher in Badewannen und Duschwannen mit hohem Einstieg.
Dabei ist es gar nicht schwer und auch nicht kostenintensiv verschiedene Risikoherde zu entschärfen. Auf Treppen/Stufen sollten Gegenstände wie z.B. Blumenvasen, Kübel u.ä. nichts zu suchen haben. Sichere Treppen haben immer ein stabiles Geländer, Treppenstufen können leicht mit rutschfesten Belegen gesichert werden, beispielsweise mit Gummistreifen. Eine ausreichende Beleuchtung an allen Punkten in der Wohnung oder im Aufgangsbereich ist wesentliche Voraussetzung zur Vermeidung von Sturzunfällen.
Die Stolperfallen im Haushalt tragen dazu bei, das seit Jahren Hausunfälle ganz oben in der Unfallstatistik stehen. Speziell ältere Menschen gehen bei Stürzen hohe Gesundheitsrisiken ein. Je nach Konstitution können Brüche durch Sturz verursacht einen tödlichen Ausgang nehmen.
Ebenfalls hoch im Kurs der Hausunfälle stehen Verbrennungen, Schnittverletzungen oder Verätzungen. Auch in diesen Fällen sind die Unfallursachen überwiegend Leichtsinn, Unachtsamkeit, Gedankenlosigkeit und das Überschätzen der eigenen Grenzen. Sicherheitshinweise von Geräteherstellern werden notorisch missachtet.
Weiter hinten in der Skala der Hausunfälle rangieren Unfälle mit offenem Feuer, heißen Flüssigkeiten oder elektrischen Geräten. Kaum zu glauben, aber es gibt tatsächlich Menschen, die sich noch immer in der vollen Badewanne die Haare föhnen.Unfälle in der Freizeit gehen zu einem grossen Teil auf Spiel- und Sportbeschäftigungen zurück. Dabei fallen auch bei Freizeitunfällen Stürze als Hauptursache auf. Speziell bei Sportunfällen sind Männer häufiger als Frauen betroffen, höhere Risikobereitschaft, kampfbetonte Einzel- oder Mannschaftssportarten, Grenzsportarten wie Freeclimbing stehen beim männlichen Geschlecht höher im Kurs als bei den Frauen.
Weitere Ursachen sind Badeunfälle, Inlineskating, Mountenbiking, Kraftsport (Geräteunfälle), Wintersport und Wassersport. Im Wesentlichen entstehen hierbei Unfälle, weil Sicherheitsmassnahmen unbeachtet bleiben, Übermut oder Überschätzung die Oberhand haben oder weil einfach die notwendige Umsicht fehlt. Freizeit- und Hausfälle sind dabei leicht zu vermeiden, lange persönliche Ausfallzeiten wegen mehr oder weniger starken Verletzungen könnten durch einfache Sicherheitsmassnahmen vermieden werden.
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Arbeitsunfälle
Konsequent halten sich Stürze auch bei Arbeitsunfällen an Postion 1 wenn es um die Unfallursache geht. Mit mehr als einem Drittel bilden sie die Spitze des Verletzungsrisikos auf dem Arbeitsplatz. Die Details der Ursachen liegen ähnlich denen der Hausunfälle durch beispielsweise Ausrutscher, Stolperer oder Stürze aus der Höhe.
Danach gibt es jedoch Arbeitsunfälle, die etwas spezieller dem Arbeitsspekturm zuzuordnen sind. Die Bedienung von Werkzeugen und Maschinen steht dabei vorne an, der Umgang mit dem Hammer oder Bohrer will fachkundig durchgeführt werden. In jedem Betrieb, der mit Maschinen und Werkzeugen arbeitet, steht die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften an oberster Stelle. Insgesamt ist die Quote der Arbeitsunfälle weiter starkt rückläufig, nur wenn einmal die Sicherheit missachtet wird, sind über 1/3 aller Unfälle am Arbeitsplatz tödlich.
Jüngere Mitarbeiter gehen häufig leichtsinnige Risiken ein, die oft zu Arbeitsunfällen führen. Andererseits bremst die tägliche Routine das Gefahrenbewusstsein langjähriger Mitarbeiter aus. In jedem Fall ist Nachlässigkeiten eine weitere häufige Ursache für einen (manchmal tödlichen) Arbeitsunfall.
Schwere Lasten unsachgemäß bewegen oder heben steht ebenso für eine Gefahrenquelle am Arbeitsplatz. Mangelnde Konzentration oder Übermut tragen zu Unfällen bei, die mindestens Stoß-, Gelenk und Wirbelsäulenverletzungen verursachen können.
Zur Vermeidung von Arbeitsunfällen ist auf die strikte Einhaltung der Sicherheitsvorschriften zu drängen. Mit dem richtigen Bewusstsein lassen sich Arbeitsunfälle weiter deutlich senken
Quelle: Statistisches Bundesamt