Hausunfälle
Unfälle im eigenen Heim stehen an der Spitze
Er ist erschreckend und teilweise völlig unglaublich, welche Risiken das eigene Heim mit sich bringt. Erstaunlich klar fällt hier die Abgrenzung zu allen anderen Unfallkategorien aus, es sei denn, Sie sitzen am Schreibtisch, fallen vom Stuhl und verletzen sich dabei, wenn Sie in diesem Augenblick als Heimangestellte/r für ein Unternehmen arbeiten. Rechnen Sie in diesem Fall aber mit langen Diskussionen mit dem gesetzlichen Unfallträger, der den Unfall vermutlich in die selbstverantwortliche Privatsphäre schieben wird.
Ähnlich wie bei den Freizeitunfällen sind auch bei Hausunfällen Stürze die häufigste Unfallursache. Adäquat dazu sind ebenso Kinder und ältere Menschen häufiger als andere von Hausunfällen betroffen. Danach tut sich hinsichtlich der Unfallursachen jedoch ein weites Feld auf:
- Erstickungsunfälle
- Unfälle durch Feuer und Flammen
- Unfälle mit elektrischem Strom
- Unfälle bei Garten oder Heimarbeiten
- Unfälle bei Hausreparaturen
- Unfälle mit Haus-, Garten- und elektrischen Geräten
- Unfälle beim Bewegen von Gegenständen
- Unfälle durch Natur- und Umwelteinflüsse
- Unfälle beim Umzug
- Unfälle durch Vergiftungen, Verätzungen und Medikamentenmissbrauch
Die Hälfte aller tödlichen Unfälle im Haus ereignen sich im Kindesalter. Mechanisches Ersticken ist die bedeutsamste Todesursache im Säuglingsalter. Die häufigste Ursache kindlicher Unfallverletzungen im Haus ist der Sturz aus der Höhe. Etwa 20% aller Krankenhausbehandlungen wegen Frakturen von Armen und Beinen und rund 35% der Gehirnerschütterungen werden als Folge kindlicher Unfallverletzungen erforderlich. Immer noch 25% aller im Krankenhaus stationär behandelten Patienten bei Unfällen wie Verbrennungen, Verätzungen, Vergiftungen und toxischen Wirkungen sind Kinder. Am schwersten betroffen sind dabei die 1 bis 5jährigen, Sie stellen etwa 12% der entsprechenden stationären Behandlungsfälle dar.
Nach den Kindern sind insbesondere ältere Personen von Hausunfällen betroffen. Dabei verunglücken Frauen häufiger als Männer, ab dem 60. Lebensjahr überwiegen bei älteren Personen die Hausunfälle im Verhältnis zu anderen Unfallkategorien mit etwa 66%.
Unfallverletzungen bei Hausunfällen sind häufig tödlich, mindestens aber von bösen Folgen geprägt. Frakturen sind bei Männern und Frauen aller Altersgruppen die mit großem Abstand häufigste Todesursache, im Alter von 75 bis 80 Jahren die fast ausschließliche Ursache. Unabhängig seines Alters sollte sich jeder bewusst sein, dass es für jede Altersgruppe gute Gründe gibt, vorsichtig zu sein. Ob Heimwerker, Heimgärtner, Hobbykoch oder einfach nur Hausmann/-frau tragen Sie immer ein unsichtbares Risiko mit sich herum.
Nun geht es nicht darum Ängste zu schüren, sondern sich zum einen sehr vorsichtig zu verhalten und zum anderen damit zu rechnen, dass etwas unvorhergesehenes geschehen kann. Ein gut ausgestatteter Verbandskasten gehört in jeden Haushalt. Wenn Prävention nichts genützt hat, können wenigstens die Unfallfolgen etwas abgemildert werden. Die Notrufnummer (112) sollte bekannt sein, eventuell auch die Telefonnummer des nächsten Not- oder Unfallarztes und ggf. die eines nahegelegenen Unfallkrankenhauses.
Das Thema Hausunfall sollte wirklich nicht auf die leichte Schulter genommen werden, dafür verunglücken pro Jahr zuviele Menschen bei Hausunfällen. Gehen Sie die Dinge im Haushalt mit Übersicht und Vorsicht an, damit wäre die halbe Miete zur Vermeidung eines Unfalls schon drin.
